1. Juni 2017
Anekdoten aus dem Berufsalltag: Mit dem Finanzamt telefonieren

In meinem ersten Ausbildungsjahr bat mich mein Ausbilder an einem Freitag, beim Finanzamt anzurufen und etwas zu erfragen. Mein Herz fing an zu rasen! Herrje, jetzt ist es soweit, du musst telefonieren! Wochen, nein, monatelang konnte man sich davor drücken und jetzt gibt es kein Entkommen. Ich schaute auf die Uhr und es war ca. 11:36 Uhr.

Mit schwitzigen, zitternden Händen wählte ich die Nummer des Finanzamtes.

Es folgte der Freiton.

Ich legte auf. Ich hatte ja schließlich nicht die Steuernummer parat.

Ich wählte erneut.

Es folgte wieder der Freiton.

Ich hörte eine Frauenstimme und man erkannte sofort, dass es eine Bandansage war. Also zögerte ich nicht lang und legte sofort auf. Ich dachte, es folgt eine Bandansage, die sagt, dass der nächste freie Mitarbeiter mit mir verbunden wird. Und so lang wollte ich nicht warten.

Nach einer Wartezeit wählte ich erneut. Es ertönte wieder die gleiche Frauenstimme und ich legte wieder sofort auf.

Dieser Vorgang wiederholte sich noch 2 oder 3 Mal, bis ich beschloss, einmal zuzuhören, wann genau der nächste Mitarbeiter frei ist.

Die Bandansage verkündete Folgendes:

„Hallo und herzlich willkommen bei Ihrem zuständigen Finanzamt. Zurzeit kann Ihr Anruf nicht entgegengenommen werden. Unsere Sprechzeiten sind montags bis donnerstags von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr und freitags von 9:00 Uhr bis 11:30 Uhr.“

Seitdem höre ich mir jede Bandansage an.

 

Tatjana Luft