11. November 2016
Eine Studienexkursion der besonderen Art

Die erste Woche des fünften Semesters steht an der HSBA unter einem ganz besonderen Motto. Die Studienexkursion steht an, eines der besonderen Highlights des Studiums!

Schon im Januar dieses Jahres bekamen wir eine Liste mit diversen Exkursionszielen, von denen wir uns eines aussuchen sollten. Ich staunte nicht schlecht, denn neben Hamburg, Kopenhagen, Barcelona und London, standen unter anderem auch Hongkong, Tokyo, Dubai, Mumbai, Kapstadt und St. Petersburg zur Auswahl. Die Qual der Wahl ging los. Welches Reiseziel sollte es sein? Schlussendlich stand mein Entschluss fest: St. Petersburg war mein Favorit!

Nach der Festlegung des Exkursionsziels ging es erst richtig los. Wir Studenten waren für die gesamte Planung der Woche zuständig. Dazu gehörten nicht nur das Raussuchen von Flügen und einem Hotel, sondern auch das Finden von Unternehmen, die sich bereit erklärten, uns einen Einblick in ihren Alltag zu gewähren, sowie ein angemessenes Kulturprogramm. Denn insgesamt mussten innerhalb der Exkursionswoche fünf Unternehmen vor Ort besucht und fünf Kulturprogrammpunkte abgedeckt werden.

Die Vorfreude stieg mit jedem Tag, den die Reise nach St. Petersburg näher rückte. Und dann war es auch schon soweit – St. Petersburg here we go 🙂 Nach nur zwei Stunden Flug waren wir da. In einem Land, das eigentlich so nah und doch so fern ist. Unser erstes Abenteuer erwartete uns bereits auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel. Das Taxi entsprach eindeutig nicht den gewohnten deutschen Standards und der Fahrstil des Taxifahrers schon gar nicht. Andere Länder, andere Sitten.

Auch die nächsten Abenteuer ließen nicht lange auf sich warten. Schon alltägliche Kleinigkeiten, die eigentlich so selbstverständlich sind, erwiesen sich immer wieder als Herausforderung. Wie liest man eine Speisekarte, wenn diese in Kyrillisch geschrieben ist? Wie bezahlt man im Supermarkt, wenn niemand Englisch spricht und man selber nicht versteht, um welchen zu bezahlenden Betrag es sich handelt? In welche Richtung fährt die U-Bahn und wie kauft man vorher ein Ticket, wenn auch hier alles nur auf Kyrillisch geschrieben steht? Welche Antwort gibt man, wenn man auf der Straße angesprochen wird, aber selber überhaupt gar kein Wort von dem versteht, was einem eben gerade gesagt wurde? Gar nicht so einfach… Zum Glück hatten wir zwei Studenten unter uns, deren Muttersprache Russisch ist und die uns somit die gesamte Woche als Dolmetscher zur Verfügung standen.

Die Unternehmensbesuche stellten sich als sehr vielfältig und interessant heraus. Neben der deutschen Außenhandelskammer, besuchten wir zusätzlich noch Tieto (IT-Dienstleister), Lenta (Retail Unternehmen), SAP (Softwarehersteller) und Sevkabel (Kabelhersteller). Wir wurden jedes Mal herzlich empfangen, die Gastfreundschaft war großartig. Nach einer kurzen Präsentation über das Unternehmen, folgte jeweils sowohl eine Diskussionsrunde als auch eine Unternehmensführung. So erhielten wir nicht nur einen Einblick in verschiedenste Büroräumlichkeiten, sondern auch in den Aufbau eines typisch russischen Supermarktes und die Fabrik eines Kabelherstellers. Teilweise waren die Vorträge auf Deutsch, andere auf Englisch und wieder andere auf Russisch mit Dolmetscher.

Genauso wie die Unternehmensbesuche, erwies sich auch unser Kulturprogramm als alles andere als langweilig und spröde. Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten wie der Blutskirche oder der Kathedrale des Heiligen Isaak von Dalmatien, besuchten wir ebenfalls das Russische Ballet, sahen, wie sich bei einem nächtlichen Spaziergang die Brücken über der Newa öffneten und wurden spontan in die alten Gemäuer der St. Petrikirche eingeladen. Der Unterschied zwischen den doch eher grauen und durch Plattenbauten geprägten Vororten zu der bunten und gut erhaltenen Innenstadt von St. Petersburgs mit ihren hippen Bars, war kaum zu übersehen.

Die gesamte Woche war super ohne Wenn und Aber. Da machten uns auch die eisigen Temperaturen, die uns zwangen unsere Winterjacken samt Mütze und Schal herauszuholen, nichts aus. Die Eindrücke eines Landes, das so groß und Deutschland geografisch so nah ist und doch kulturell so fern, werden bleiben!

Annika Klatt

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