11. April 2017
Licht aus, Kamera an! – Arbeitgeber im Rampenlicht

– Und die Künstlersozialkasse ist als Statistin immer dabei

Schon längst ist Werbung nicht mehr nur eine Frage der Produktvermarktung. In Zeiten des Fachkräftemangels sind Unternehmen darauf angewiesen, sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren.

Dabei ist es heutzutage wichtiger denn je, sich die neuen Medien zu Nutze zu machen. Die Digitalisierung schreitet in allen unseren Lebensbereichen voran und hat schon längst unsere Arbeitswelt erreicht. Auf der Suche nach dem geeigneten Job durchforsten Bewerber heute nicht mehr den Annoncenteil der Tageszeitungen und Fachzeitschriften, sondern das Internet. Da versteht es sich von selbst, dass auch das Recruiting über die elektronischen Medien erfolgen muss.

„Wie aber in der virtuellen Welt als Arbeitgeber besonders hervorstechen?“ fragen sich viele Unternehmer.

Dem Arbeitgeber-Image über Blogeinträge, Social Media Kanäle und, nicht zuletzt, einer ansprechenden Internetseite kommt hierbei zunehmend größere Bedeutung zu.

Image- und Recruiting-Filme kommen hierbei besonders gut an.

Aber gut gemacht muss es sein, und so werden Profis beauftragt, um dem Bewerber durch Impressionen des Arbeitsumfeldes einen authentischen und ansprechenden Eindruck von der Tätigkeit im Unternehmen zu vermitteln.

Was hat das nun mit der Künstlersozialversicherung zu tun?

Jede bildliche und sprachliche Inszenierung birgt einen kreativen Gedanken. Und dieser Gedanke ist es, der zu einer Abgabepflicht nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz führen kann. Denn selbst wenn Sie als Auftraggeber oder einer Ihrer Mitarbeiter vor der Kamera aktiv werden, ist es doch der Mensch hinter der Kamera, der Sie ins rechte Licht rückt. Der Videoschnitt beziehungsweise die ansprechende Verknüpfung mit geeigneten Bildern sorgt dann für die richtige Wirkung auf den Betrachter.

Sofern Sie als Unternehmer und Arbeitgeber mit der Inszenierung Ihres Unternehmens als einen modernen, attraktiven Arbeitgeber keine GmbH, AG, OHG oder GmbH & Co. KG beauftragen, sondern Einzelunternehmer und GbRs, ist das Honorar der in Anspruch genommenen Leistung künstlersozialabgabepflichtig.

Gut zu wissen:

Die Künstlersozialabgabe ist in den derzeit laufenden Prüfungen der Deutschen Rentenversicherung ein großes Thema.

Durch das Künstlersozialabgabenstabilisierungsgesetz, das zum 01.01.2015 in Kraft getreten ist, werden in den kommenden Prüfungszeiträumen der Deutschen Rentenversicherung sukzessive alle Unternehmen, die Arbeitnehmer beschäftigen, hinsichtlich der Künstlersozialabgabepflicht erfasst. Bei vielen wird direkt die Abgabepflicht ermittelt, andere werden über das KSVG mittels Beratungsbogen aufgeklärt. In der darauffolgenden Prüfung kann es dann richtig teuer werden, wenn Sie Honorare für abgabepflichtige Leistungen nicht ordnungsgemäß angemeldet haben (Bußgelder, Säumniszuschläge, …).

Unser Rat:

Setzen Sie sich daher rechtzeitig mit der Thematik auseinander und lassen Sie sich gegebenenfalls beraten. Welche Leistungen als künstlerisch oder publizistisch im Sinne des KSVG einzustufen sind, ist oftmals schwer zu entscheiden und hängt stark vom Einzelfall ab.

Sabine Boldt, Steuerfachangestellte, Personalfachkauffrau