16. September 2016
Trend-Fahrzeug Elektro-Bike – Was Sie für die Überlassung an Ihre Arbeitnehmer wissen müssen

E-Bikes sind bundesweit auf der Überholspur und erfreuen sich großer Beliebtheit – gelten sie doch als echte Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Viele erwarten sogar, dass Pedelecs und Co. in Zukunft die Mobilität in Ballungsgebieten verbessern und langfristig sogar die PKWs aus den Städten verdrängen werden.

Außerdem fördern die sportlichen und nachhaltigen Fortbewegungsmittel die Gesundheit und das Wohlbefinden.

So ist es selbstverständlich, dass auch Arbeitgeber davon profitieren und die E-Bikes ihren Arbeitnehmern zur Verfügung stellen wollen.

Dabei darf aber auch der Fiskus nicht außer Acht gelassen werden. Was genau zu beachten ist und welche steuerrechtlichen Konsequenzen sich für Sie als Arbeitgeber, aber auch für Ihre Arbeitnehmer ergeben, haben wir im Folgenden zusammengefasst.

E-Bike ist als Fahrrad anzusehen

Erhält der Arbeitnehmer ein Dienstfahrrad, beispielsweise ein Elektrofahrrad ohne Kennzeichen und Versicherungspflicht, auch zur privaten Nutzung so entsteht grundsätzlich ein geldwerter Vorteil.

Dieser ermittelt sich mit 1 % der auf volle Hundert abgerundeten unverbindlichen Brutto-Preisempfehlung des Herstellers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Fahrrades. Damit sind dann allerdings nicht nur die privaten Fahrten, sondern auch die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit abgegolten.

Beispiel:

Der Arbeitgeber überlässt seinem Arbeitnehmer ein Dienstfahrrad für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit (Entfernung 10 km) und zur privaten Nutzung. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beträgt € 3.000,00.

Der Arbeitnehmer hat insgesamt einen geldwerten Vorteil in Höhe von € 30,00 monatlich zu versteuern. Ein gesonderter geldwerter Vorteil für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit entsteht nicht.

E-Bike ist als Kraftfahrzeug anzusehen

Ist das E-Bike hingegen verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzustufen, zum Beispiel weil die Motorleistung Geschwindigkeiten über 25 km/h zulässt, ist stets der geldwerte Vorteil nach den Grundsätzen der Überlassung von Firmenwagen zu ermitteln.

Das bedeutet also eine Ermittlung entweder nach der 1-%-Methode oder mittels Fahrtenbuch und dann getrennt nach Privatnutzung und Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit.

Beispiel:

Der Arbeitgeber überlässt seinem Arbeitnehmer ein Dienstfahrrad für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit (Entfernung 10 km) und zur privaten Nutzung. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beträgt € 3.000,00.

Der geldwerte Vorteil ermittelt sich wie folgt:

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Wichtig: Die 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge kann in beiden Beispielen nicht angesetzt werden. Es entsteht also in jedem Fall ein steuer- und sozialversicherungspflichtiger geldwerter Vorteil.

Sabine Boldt, Steuerfachangestellte, Personalfachkauffrau